Gute Kritik, Schlechte Kritik – ein dickes Fell kann man züchten! – Teil III von IV

Von admin.
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Bäng!

Foto: froodmat / photocase.com

Freunde und Bekannte, die Sie nach ihrer Meinung gefragt haben, besitzen vielleicht erst gar kein eigenes Motiv. Sie wollen sich nicht zum Text äußern, empfinden aber den Druck, der durch Ihre Bitte entstanden ist. Dabei heraus kommt oft ein bunter Mischmasch aus Gefühlen – man will Sie nicht enttäuschen indem man nichts sagt, will Sie nicht verunsichern, will Sie schon gar nicht verletzen. Vielleicht wollen Ihre liebsten Mitmenschen auch nicht in Ihrem Ansehen sinken, indem sie sagen, dass sie keine Ahnung oder keine Meinung haben. In jedem dieser Fälle wird man Ihnen eine freundliche, unterstützende Kritik geben, die letztendlich nichts, aber auch gar nichts,  über den Text aussagt.

Es gibt allerdings auch den umgekehrten Fall – ein Freund möchte Ihnen dadurch gefallen, dass er besonders hart mit Ihnen zu Gericht zieht und Ihnen keine ‚Geschenke’ macht. Er äußert bitterböse Kritik am Text, vielleicht sogar vernichtende, baut Sie am Ende aber wieder auf, indem er Ihnen ein allgemeines Talent attestiert und vielleicht an einen anderen Text erinnert, den er für gelungener gehalten hat. Die Menschen, die Sie lieben, sind in jedem Fall die schlechtesten Kritiker, es sei denn, es handelt sich bei ihnen selbst um gestandene Autoren, die sich von Ihrem Schreiben nicht bedroht fühlen. Denken Sie nur an all die armen untalentierten Menschen, die in Castingshows auftreten und nicht einen geraden Ton singen können – glauben Sie, die hätten ihre Liebsten nicht nach deren Meinung gefragt? Sehen Sie – und keiner von denen hat sie vor der Blamage gerettet!

Gute Kritik, Schlechte Kritik – ein dickes Fell kann man züchten! – Teil II von IV

Von admin.
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Buff

Foto: froodmat / photocase.com

Ihr größter Wunsch ist vermutlich der, nach der Kritik eines professionellen Lektors – eines dieser Menschen, die wissen, was wirklich zählt, was sich verkauft und was, auch wenn es sich vielleicht nicht verkaufen lässt, wirklich gut ist. Nun, lassen Sie mich Ihnen diese wundervolle Illusion nehmen! Es gibt keinen objektiven Kritiker. Jeder Lektor ist im Grunde genommen auch nur ein Mensch – er hat persönliche Vorlieben und Abneigungen. Dazu kommt noch das, was er über die Bedürfnisse des Verlags weiß, für den er arbeitet. In den meisten Fällen stimmen schon diese beiden Grundlagen nicht überein. Das eine mag er, das andere soll er finden.

Bei Lektoren an den ‚Richtigen’ zu geraten, bedarf einer langen Suche. Das klingt erst einmal frustrierend, bedeutet aber auch, dass Ihnen nach dreißig Absagen immer noch jeden Tag die eine, alles entscheidende Zusage ins Haus flattern kann. Die Liste mit erfolgreichen Autoren, deren Manuskripte zunächst Dutzende Male abgelehnt wurden, ist so lang, dass sie den Rahmen dieses Blogs sprengen würde.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Lektoren selbst keine Erfahrung als Autor haben. Sie wissen zwar, was einen guten Text ausmacht, sprechen aber kein ‚Autorisch’. Das kann vor allem dann zum Problem werden, wenn es an die Überarbeitung der Texte geht. Es gibt Lektoren, die dermaßen zielstrebig und zupackend in den Manuskripten herumwühlen, dass sie völlig vergessen, dem Autor zu Beginn erst einmal zu sagen, dass ihnen der Text überhaupt gefällt. Da kann beim sensiblen Künstler schnell der Eindruck entstehen, dass der Lektor kein gutes Haar am Text lässt und überhaupt alles ändern will. Seien Sie also nicht zu unglücklich darüber, dass Ihnen zu Beginn Ihres Schreibens eh noch kein Lektor zur Seite steht. Suchen Sie Ihre Kritik zunächst außerhalb des Literaturbetriebs – in der Welt der echten Leser!

Gute Kritik, Schlechte Kritik – ein dickes Fell kann man züchten! – Teil I von IV

Von admin.
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Knuff

Foto: froodmat / photocase.com

Zukünftige und angehende Autoren schwelgen gerne mal stundenlang in Tagträumen von seitenlangem Lob in den Feuilletons der großen Tageszeitungen. Genau so gerne werden sie allerdings heimgesucht von der Angst vor Verrissen. Nicht durch Zufall hat Marcel Reich-Ranicki es durch seine rücksichtslosen und laut vorgetragenen Beschimpfungen mit einem so exotischen Beruf wie dem des Literaturkritikers in die Liste der A-Promis geschafft.

Wir alle lieben gemeine Kritik – so lange sie die anderen trifft und nicht uns selbst. Als Künstler jedoch macht man sich besonders angreifbar. Je ehrlicher man arbeitet, um so mehr legt man sein Innerstes frei und dieses Innerste ist verletzlich. Hinzu kommt, dass Schreiben eine sehr subtile Kunst ist. Jeder, der in der Lage ist, einen ganzen Satz zu bilden, glaubt, einen Text kritisieren zu können. Dabei denkt längst nicht jeder, der schon mal einen Filzstift benutzt hat, er habe Ahnung von Ölmalerei. Es gilt also, gute Kritik von schlechter Kritik unterscheiden zu lernen. Das ist sicher einer der wichtigsten Reifungsprozesse im Leben eines Schriftstellers – und einer der unumgänglichen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass dem ersten Buch kein zweites folgt weil der hoffnungsvolle Autor gleich am Beginn seiner Karriere zu Boden gegangen ist und sich nie wieder erholt hat.

Einer der wichtigsten Aspekte bei der Einordnung von Kritik ist immer die Frage nach dem Motiv des Kritisierenden. Warum äußert er sich über Ihren Text?

Für professionelle Literaturkritiker geht es zum einen um das Geld – irgend jemand hat ihnen schlicht und einfach den Auftrag erteilt, eine bestimmte Anzahl an Zeilen zu Ihrem Text zu schreiben. Zum anderen ist natürlich auch jede veröffentlichte Kritik ein Beitrag zum Gesamtwerk des Kritikers selbst – es geht um Ruhm, Prestige und Bekanntheit. Mit langweiligen, immer nur wohlwollenden Kritiken, wird kein Kritiker berühmt – wenn es denn das ist, was er erreichen will.

Die Normseite – wie lang ist der Text denn nun wirklich?

Von Dorthe.
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Frühstücksbrettchen "Normseite"

Foto: uschtrin.de

Das Standardmaß im Verlagsbereich – wofür es wichtig ist und wie es eigentlich aussieht

Viele Autoren fragen, wie viele Zeichen eine Hosentaschengeschichte haben sollte. Nun, zwar ist die Anzahl der Zeichen das Kriterium, nach dem das Einreichformular auf unserer Homepage geht, aber das liegt nur daran, dass der Programmieraufwand sehr hoch wäre, wenn man dem Formular die Fähigkeit geben wollte, Texte in Normseiten umzurechnen.

Alle Verlage wüssten gerne vorab, wie lang ein Manuskript ist – gerade weil sie meist nur eine Textprobe von einigen Dutzend Seiten geschickt bekommen möchten und keine vollständigen Manuskripte. Nun ist der Begriff der „Seite“ recht relativ – kommt es doch immer auf die Anzahl der Zeichen an, die darauf stehen. Und genau deshalb gibt es die Normseite. Die Normseite macht Textmengen dadurch vergleichbar, dass sie ein strenges Raster zugrunde legt, welches völlig unabhängig von Schriftart, Schriftgröße und sogar Papierformat ist.

Wie sieht sie also aus, die Normseite?

Sie ist definiert als 30 Zeilen à 60 Anschläge. Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihren Text in ein Karofeld mit diesen Maßen schreiben – jeder Buchstabe und jedes Leerzeichen genau in ein Kästchen. Sie kommen also auf maximal 1.800 Zeichen pro Seite. Je nachdem, wie viele Absätze und Dialoge der Text enthält, kommen Sie im Durchschnitt eher auf 1.300 bis 1.400 Zeichen pro Seite. Wenn Sie an Ihr Bücherregal gehen und wahllos irgendeinen Roman herausnehmen, werden Sie feststellen, dass die meisten davon in Normseiten oder einem kaum davon abweichenden Format gesetzt sind – vielleicht 29 Zeilen à 65 Zeichen, vielleicht auch nur 28 à 55, aber größere Abweichungen von der Norm sind eher selten.

Und wie setze ich dieses Wissen nun um?

Leider ist Word nicht dafür gemacht, Normseiten zu produzieren und so können Sie entweder Stunden und Tage darauf verwenden, Ihre eigene Normseite zu formatieren und wieder und wieder auszuzählen, oder aber sie greifen auf die wunderbare Vorlage zurück, die Sie beim Literaturcafé herunterladen können. Ein Hoch auf die Heldentat, die das Literaturcafé mit diesem Angebot vollbracht hat!

War’s das dann?

Nein. Auf jede einzelne Manuskriptseite gehören der Name des Autors und der Titel des Werks geschrieben – vorzugsweise in der Kopfzeile (die selbstverständlich nicht zu den 30 Zeilen der Normseite gehört). Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie gerne noch Ihre E-Mail-Adresse hinzusetzen, aber nur dann, wenn sie noch in die Kopfzeile passt. Seitenzahlen sollten selbstverständlich sein – weswegen man sie allzu gern vergisst. Was den eigentlichen Manuskriptblock betrifft war’s das nun tatsächlich. Zu Titelseite und Anschreiben lesen Sie bitte „Manuskript und Anschreiben“.

Warum Hosentaschengeschichten kosten was sie kosten.

Von Dorthe.
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Diagramm "Anteile am Verkaufspreis"

Anteile am Verkaufspreis

Immer wieder bekommen wir gesagt, dass der Preis der Hosentaschengeschichten falsch angesetzt sei. Dabei ist die Fraktion derer, die meinen, eine Hosentaschengeschichte müsste deutlich günstiger zu haben sein, als sie es ist, genau so groß wie diejenige derer, die meinen, es sei genau umgekehrt – viel zu billig.

Warum also nicht mal den Schritt machen, offen zu legen, wie sich der Preis zusammensetzt?

In der Vorbereitungsphase des Hosentaschenverlags waren wir überrascht, zu erfahren, wie schwierig es ist, den Preis für ein völlig neuartiges Produkt festzulegen. Es geht in erster Linie um die Frage, wie viel der Kunde bereit ist, für etwas auszugeben. Setzt man den Preis deutlich über dieser magischen gefühlten Grenze an, kauft der Kunde nicht. Wenn man jedoch den Preis deutlich niedriger ausfallen lässt, wird der Kunde skeptisch und schreckt ebenso vor dem Kauf zurück – was nichts kostet kann auch nichts Wert sein.

Gefühlter Wert

Zum Glück hatten wir damals bereits etwa 200 Newsletter-Abonnenten, die die alten, handgemachten Hosentaschengeschichten kannten. Eine Befragung unter ihnen ergab eine Spanne zwischen 0,99 und 9,90 Euro. Die weitaus meisten gaben jedoch an, zwischen 2,50 und 3,50 Euro bezahlen zu wollen. Da viele der Befragten Freunde, Bekannte und langjährige ‚Fans’ der Hosentaschengeschichten waren, zogen wir einen Freundschaftsbonus ab und landeten bei 2,00 Euro. Das war unser angestrebter Verkaufspreis.

Die Sache mit den Margen

Wir gingen also los und fragten einige Händler, was sie von unserem Produkt hielten. War unsere Idee bisher überall auf rege Begeisterung gestoßen – vor allem bei sämtlichen Gründerworkshops und –seminaren, fiel das Feedback der Händler deutlich kritischer aus. Die meisten winkten kommentarlos ab, meinten, das lohne sich nicht, ließen sich aber kaum Verbesserungsvorschläge aus der Nase ziehen.

Ein sehr reger Buchhändler aus der Nähe war es, der uns endlich erklärte, welche Margen er so gewohnt sei und was er mindestens an einem Artikel verdienen müsse, damit sich die Lagerhaltung überhaupt auszahle. Wir hoben also in letzter Minute den Preis auf 2,50 Euro an. Jeder Cent mehr wäre uns zu viel erschienen, jeder Cent weniger wäre mit den vom Handel verlangten Margen nicht machbar gewesen.

Nun sind Buchhändler aber noch recht genügsame Händler – in anderen Bereichen sind wesentlich höhere Margen üblich, weshalb es auch so schwer ist, Händler für die Hosentaschengeschichten zu gewinnen.

Und wie setzt sich der Preis genau zusammen?

Die Grafik am Anfang dieses Artikels zeigt, woraus sich der Preis für eine Hosentaschengeschichte zusammensetzt. Das kleine Feld oben links stellt den Anteil vom Verkaufspreis dar, der beim Verlag bleibt. Davon müssen nun aber noch die Herstellungskosten abgezogen werden – Papier und Druck, Satzhonorar, Autorenhonorar, Siegel und Anbringung der Siegel. Die Verkaufsdisplays bieten wir unseren Händlern umsonst an – weil es so Usus ist. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, dann fängt der Verlag an, Geld zu verdienen. Bei steigenden Auflagen sinken die Druckkosten – die einzige Stellschraube, die auf Herstellungsseite bleibt. Und da wir bisher nicht vorhaben, die Herstellung nach Tschechien oder Polen zu verlegen, kosten Hosentaschengeschichten im Moment genau das, was sie kosten.

Die Autorenvita (Teil III von IV) – Kritikfähigkeit signalisieren

Von Dorthe.
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Anderer Fotoautomat

Foto: micjan / photocase.com

In diesem Beitrag geht es noch einmal um die Autorenvita, in der sich der Autor gegenüber dem Verlag anpreist. Anders als bei der Leserorientierten Autorenvita gibt es für den Verlag noch andere Aspekte der Autorenpersönlichkeit, die von Interesse sein können.

Schriftstellerische Qualifikation

Laien glauben oft, der Text spreche für sich und ein Verlag solle sich um nichts weiter als um dessen Qualität scheren wenn er eine Einreichung prüft. Diesem Gedanken liegt das Missverständnis zu Grunde dass das Manuskript am Ende des Schreibprozesses liegt. In der Realität ist es nur eine Zwischenstufe und zugleich der Anfang der Arbeit mit dem Verlag.

Warum ein Manuskript kein Buch ist.

In den meisten Danksagungen, gerade in Bestsellern, werden Lektoren erwähnt, denen der Autor dankbar ist für die gemeinsame Arbeit am Buch. An und für sich ist die schriftstellerische Arbeit ja eine recht einsame. Dementsprechend dankbar und glücklich sind Autoren für Kritik – vor allem für differenzierte und konstruktive Kritik, die sie und ihr Werk weiterbringt. Dem professionellen Autor liegt das Werk an sich am Herzen, wohingegen der Laienautor leider oft glaubt, das Werk sei nicht mehr seins, wenn er die Hilfe anderer akzeptiert und deren Vorschläge annimmt. In Deutschland gibt es das Bild vom Künstler als genialem Schöpfer, der in völliger Einsamkeit aus dem Nichts ein vollkommenes Werk schafft. Dieses Bild ist sehr unsinnig und wenig hilfreich. Keine werdende Mutter würde die Hilfe einer erfahrenen Hebamme ablehnen und keine Mutter hätte nach der Geburt des Babys mit Hilfe der Hebamme das Gefühl, das Kind sei nicht ihr eigenes.

Wenn Sie also dem Verlag zu signalisieren, dass Sie in der Lage sind, mit anderen qualifizierten Leuten an Ihrem Buch zu arbeiten, dann schaffen Sie Vertrauen. Ein Lektorat ist für den Verlag ein Risiko. Es kostet Geld, es kostet die Zeit eines wertvollen Mitarbeiters und es garantiert noch lange keinen Verkaufserfolg. Also sollte die Verlagsseite gute Gründe haben, daran zu glauben, dass Sie für das Lektorat bereit sind. Daher gehören in Ihre Autorenvita Kurse, Seminare, Workshops und Tutorien – allesamt Gelegenheiten, bei denen Sie Ihre Texte mit anderen diskutieren und mit Kritik umzugehen lernen. Schreiben Sie die Namen von Schriftstellern und Schreibcoaches auf, mit denen Sie zusammengearbeitet haben und zeigen Sie somit dass Sie nicht nur Ihre Fähigkeit zu Schreiben trainiert haben, sondern auch Ihre Fähigkeit, mit anderen gemeinsam an Ihren Texten zu arbeiten.

Bei vielen Verlagen werden Manuskripte von Berufsschreibern wie Journalisten und Werbetextern bevorzugt behandelt – genau deshalb weil man diesen Profis eine besonders hohe Kritik- und Teamfähigkeit zuschreibt.

Achtung, Achtung! Morgen endet das aktuelle Gewinnspiel!

Von Dorthe.
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Klassische Hosentaschengeschichte

Foto: Hosentaschenverlag

Morgen Abend – also am 20. Januar – um 23:59 ist Einsendeschluss für das aktuelle Gewinnspiel.

Zur Erinnerung: Zu gewinnen gibt es dreimal sechs verschiedene Titel der klassischen Hosentaschengeschichten, fotokopiert und handgefaltet.

Zur Teilnahme einfach ein Foto einer Hosentaschengeschichte in ihrem neuen Zuhause hochladen. Angabe der E-Mail-Adresse nicht vergessen! Wer keine Hosentaschengeschichte hat, kann sich hier kostenlos eine herunterladen.

Alle Details sind hier nachzulesen.

Die Autorenvita (Teil II von IV) – dem Verlag Verkaufsargumente liefern

Von Dorthe.
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Anderer Fotoautomat

Foto: heckenschwein / photocase.com

Die Verlagsorientierte Autorenvita

Für den Verlag zählen beim Kennenlernen eines neuen Autoren drei Punkte:

  • Bekanntheitsgrad
  • Thematische Qualifikation
  • Schriftstellerische Qualifikation

Bekanntheitsgrad

Es ist kein Geheimnis, dass sich so ziemlich jeder Sch**** verkaufen lässt, so lange nur der Name eines Promis drauf steht. Die Zeiten in denen jeder zweite Soap-Darsteller ein Musikalbum in den Charts platzierte, sind zum Glück erst einmal vorbei. Wenn man sich aber auf dem Ratgebermarkt umsieht – vor allem was Diäten, Fitness und natürlich das Modethema des Jahrzehnts, die Suche nach dem „Glück“ ansieht, dann merkt man schnell, dass Leser, oder sagen wir lieber Käufer, anscheinend bereit sind, jedem Menschen, dessen Gesicht sie vom Bildschirm her kennen, eine Kompetenz in diesen Dingen zu unterstellen. Gerade wenn Sie im Ratgeberbereich tätig werden wollen, sollten Sie also entweder eine hohe inhaltliche Qualifikation mitbringen, oder einfach nur ein bekanntes Gesicht. Wenn Sie beides nicht bieten können, wird’s eng.

Ach ja, auch Autobiografien sind nur dann interessant, wenn Sie in irgend einer Weise prominent sind. Es gibt wenige Ausnahmen, in denen ein außergewöhnliches Leben – etwa die Ehe mit einem Massaikrieger oder eine Karriere als Prostituierte eine Autobiografie rechtfertigen.

Was Belletristik betrifft, sieht es ein wenig anders aus. Viele Romane, die von Prominenten geschrieben werden, floppen an der Ladenkasse. Hier scheint sich immer noch Qualität durchzusetzen, weshalb für viele namhafte Verlage Prominenz eher ein Hinderungsgrund ist. Sollten Sie also vor dem Dilemma stehen, ein begnadeter Romanautor zu sein, der sein Geld damit verdient, dass er als Schauspieler mehrmals die Woche im Vorabendprogramm Seelenqualen erleidet, dann sollten Sie Ihr Manuskript vielleicht besser unter einem Pseudonym einreichen.

Thematische Qualifikation

Nach wie vor gilt die alte Regel „Schreiben Sie über das, was Sie kennen“. Warum sollte jemand ein Buch über das Kochen lesen, geschrieben von jemandem, der seit früher Kindheit unter einem Verlust des Geschmackssinns leidet? Dieses Beispiel ist überzogen, aber es zeigt, worum es im Kern der Sache geht: Glaubwürdigkeit. Natürlich kann man von einem Science-Ficiton-Autor nicht erwarten, dass er unter Außerirdischen aufgewachsen ist oder mehrfach die Zukunft bereist hat, aber je näher Sie Ihrem Thema stehen um so mehr Kompetenz traut man Ihnen nun einmal zu. Und genau das macht ein wichtiges Kaufargument für den Leser aus. Für den Verlag bedeutet es darüber hinaus einen geringeren Rechercheaufwand bei der Überprüfung von Angaben, die eventuell wichtig für Ihren Text sind – beispielsweise wenn Sie über kriminologische Methoden oder über die genetische Manipulation von Virenstämmen schreiben.

Die Autorenvita (Teil I von IV) – den Leser neugierig machen

Von Dorthe.
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Fotoautomat

Foto: kallejipp / photocase.com

Grundsätzlich gibt es zwei Formen der Autorenvita: Die eine steht im fertigen Buch und zielt darauf ab, dem Leser den Autor näher zu bringen, die andere liegt dem Manuskript bei und wendet sich an den Verlag. Sie dient dazu, dem Verlag ein Bild davon zu geben, wie gut sich der Autor vermarkten lässt. Beides sind also Verkaufspapiere, aber mit unterschiedlichen Zielgruppen.

Die Leserorientierte Autorenvita

Wenn Sie einen Roman bei einem größeren Verlag veröffentlichen, brauchen Sie sich über diesen Text keine Gedanken zu machen, denn Sie werden ihn nicht selbst schreiben müssen, bekommen ihn lediglich zur Abnahme vorgelegt. Bei kleineren Projekten, insbesondere bei Beiträgen zu Wettbewerbsanthologien, wird man Sie jedoch bitten, diesen Text selbst zu verfassen. In den meisten Fällen haben Sie dafür jedoch nur wenige Zeilen zur Verfügung.

Spielen Sie mit Ihrer Kunstfigur!

Zeichnen Sie das Porträt eines ausgefallenen Menschen, dem man gerne bei einem Kaminfeuer lauschen würde wenn er aus seinem Leben erzählt. Kratzen Sie alles zusammen, was an Ihnen exotisch ist. Machen Sie sich den Spaß, ein Dutzend solcher Autorenvitae über sich selbst zu verfassen, die sich so lesen, als würden sie ein Dutzend unterschiedlicher Menschen beschreiben. Das hilft Ihnen, dieses Textgenre als das zu begreifen, was es ist – ein Kondensat, welches in Wirklichkeit nichts über Sie selbst aussagt und lediglich Neugier wecken soll. Im Idealfall gibt es einen Bezug zwischen der Autorenvita und dem Inhalt oder dem Titel Ihres Textes. Aber auch ein Kontrast kann sehr reizvoll sein, beispielsweise wenn Ihr Text vom Meer handelt, aus Ihrer Autorenvita aber hervorgeht, dass Sie das Meer noch nie gesehen haben.

Sonderverlosung – Vergriffene Hosentaschengeschichten (die Handgemachten)

Von Dorthe.
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Klassische Hosentaschengeschichte

Foto: Hosentaschenverlag

Am Anfang des Hosentaschenverlags standen handgefaltete, einzeln fotokopierte Kurzgeschichten, die heute nur noch auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind. An dieser Stelle haben drei wahre Fans die Gelegenheit, jeweils sechs dieser Raritäten zu gewinnen.

Was muss man dafür tun? Fotos einreichen! Einfach eine oder mehrere Hosentaschengeschichten ablichten – mit dem Handy oder der Digitalkamera, auf Polaroid oder was auch immer – und auf unserer Homepage einreichen. Wo treiben sich Eure Hosentaschengeschichten gerade rum? Hängen sie noch am Weihnachtsbaum oder tollen sie gerade durch den Schnee? Nehmen sie ein Bad im Wasserkocher oder machen sie die Unterwäscheschublade unsicher? Es muss natürlich keine gekaufte Hosentaschengeschichte sein, es geht auch mit der kostenlosen Probiergeschichte, die es hier als Download gibt.

Vierzehn Tage Zeit habt Ihr, bis zum 20. Januar, 23:59. Auf die Plätze – fertig – Los!

Ach ja, bei den zu gewinnenden Geschichten handelt es sich um folgende Titel:

  • Nr. 1 „Meeresrauschen“
  • Nr. 5 „Die dunkle Last“
  • Nr. 6 „Die Apfelhütte“
  • Nr. 7 „Der Verlorene“
  • Nr. 9 „Moos“
  • Nr. 10 „Holms Schädel“